Samstag, 9. November 2013

Cities - Frankfurt

Meine Cities-Reihe, in der ich über ein paar Städte dieser Welt berichten möchte, die ich bereits bereist habe, möchte ich mit Frankfurt am Main beginnen. Obwohl ich nicht weit entfernt von Frankfurt (in Darmstadt) geboren und aufgewachsen bin, habe ich die Stadt erst 2011 richtig kennen und schätzen gelernt, als ich wegen der Arbeit hier her gezogen bin.

Frankfurt ist für mich

  • eine Kleinstadt ganz groß oder Großstadt ganz klein: Man findet alles, was man braucht und das in (Fahrrad-)Reichweite, nichts ist viel weiter als eine halbe Stunde entfernt. Für einen Stadt-Anfänger (wie mich) perfekt geeignet, man fühlt sich nicht überfordert, hat aber alle Vorzüge einer Großstadt.
  • Grün! Ich wohne nah am Stadtwald, das Mainufer ist nicht weit, es gibt viele tolle Parks, den Palmengarten und natürlich den Grüngürtel. Mit Hund bin ich aufgrund meiner Wohnlage natürlich meistens im Stadtwald unterwegs, aber auch der Nidda-Park ist toll und bietet eine große Auslauffläche für Hunde. In den meisten anderen Parks herrscht Leinenpflicht und teilweise dürfen Hunde gar nicht mit rein (z.B. in den Günthersburgpark oder den Bethmannpark, welchen ich aber sehr gerne mag und wo sich auch ein chinesischer Garten befindet). Mehr von Parks und Grünflächen in Frankfurt gibt es hier. Auch außerhalb der Stadtgrenzen gibt es viel Natur - Frankfurt ist umgeben vom Taunus, Odenwald, Rheingau und Bergstraße sind nicht weit weg und erst diesen Sommer habe ich in Mühlheim (Offenbach) das wunderschöne Naherholungs- und Naturschutzgebiet Dietesheimer Steinbrüche entdeckt, was besser als "Grüner See" bekannt ist.
  • Kultur - Museen, Museen, Museen. Einige davon habe ich schon während der Schulzeit besucht und ab und zu (zugegeben eher selten) zieht es mich auch jetzt mal in eine Ausstellung
  • im Sommer: Ich mag den Sommer in Frankfurt. Ob man einfach die Sonne am Mainufer oder in einem der Parks verbringt, auf Flohmärkten stöbert oder etwas unternehmen will, für jeden ist was dabei. Ein paar tolle Veranstaltungen, die es im Sommer in Frankfurt gibt: Sommerwerft - ein Theaterfestival am Main, Museumsuferfest, Stoffel, verschiedene Stadtteil-/Straßenfeste (z.B. Bergerstraßenfest), Wäldchestag und mehr.
  • im Winter: Ich bin kein Wintertyp, ganz und gar nicht. Aber ich mag Weihnachten mit seinen Lebkuchen, Keksen, Zimt und Nelken, Glühwein, Weihnachtsmärkten, ... Der große Weihnachtsmarkt um den Römer ist mir persönlich zu groß und vor allem zu voll. Besonders am Wochenende wird man geradezu von der Menge geschoben. Ein kleinerer, sehr schöner Weihnachtsmarkt findet am Goetheturm statt. Hier gibt es weniger Ständer und weniger Menschen, dafür aber eine echt gemütliche, familiäre Atmosphäre und natürlich auch leckeres Essen und Glühwein.
  • Sehenswert. Frankfurt wird oft unterschätzt. Die Stadt hat den Ruf, kalt, hässlich und business-like zu sein (nur wegen der Banken, pff). Die wenigsten Touristen verirren sich hier her und wenn doch, dann ist es meist geschäftlich, zum Besuch einer Messe oder weil man auf Reisen oft in Frankfurt als Zwischenstopp landet und dann eben mal zwei, drei Tage dafür einplant. Und das sollte man auch! (Mehr als zwei, drei Tage braucht man aber wirklich auch nicht, außer man hat großes Interesse an den ganzen Museen.) Ich finde Frankfurt schön, ich mag den Kontrast von moderner Skyline und der kleinen Altstadt. Der alte Kern ist klein und fußläufig um den Römer positioniert. Es gibt einige Kirchen, inklusiven des Doms und der Paulskirche, in der es eine kostenlose Ausstellung zur Entwicklung der Demokratie in Deutschland gibt. Von der Aussichtsplattform der Zeilgalerie (direkt an der Hauptwache) hat man kostenlos einen netten Ausblick. Natürlich nicht vergleichbar mit der Aussicht vom Maintower (habe ich mir sagen lassen, ich selber war noch nie oben). Hier eine kleine Auflistung der Sehenswürdigkeiten.
  • Lecker! Ich esse gerne und durch den Schlemmerblock habe ich schon so einige Restaurants in Frankfurt ausprobiert und da ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Ob afrikanisch (meist eritreisch und äthiopisch), indisch, thailändisch, türkisch, persisch, ... ok die Liste könnte ewig weiter gehen. Wer typisch hessisch bzw. frankfurterisch essen möchte, kehrt dazu am besten in eine der zahlreichen Apfelweinkneipen (unter anderem in Alt-Sachsenhausen, aber auch in anderen Stadtteilen vertreten) ein und probiert 'Grüne Soße' oder 'Handkäs mit Musik' und trinkt dazu einen Apfelwein (alles nicht so mein Ding). Auf dem Markt, der jeden Donnerstag und Samstag an der Konstabler Wache ist, kann man regionale Gerichte auch genießen. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich auch die Kleinmarkthalle in der Nähe des Römers. Da ist für jeden was dabei, aber ich wiederhole mich schon wieder. Probiert selber und lasst es euch schmecken!
  • Gemütlich. Es gibt so viele schnuckelige Cafés, in denen man sich stundenlang aufhalten und quatschen kann. Ich mag besonders gerne das Café Maingold zwischen Konstabler Wache und Zoo. In der Nähe des Doms gibt es eine kleine japanische Patisserie, wo es viele farbenfrohe Törtchen und Küchlein gibt (leider ist es dort immer ziemlich voll und es ist schwer, ein Plätzchen zu ergattern). Auch sehr sympathisch ist das Café Albatros in Bockenheim - hier gibt es neben leckerem warmen Essen und Kuchen auch immer die Möglichkeit, für eine größere Gruppe zu organisieren - zweimal im Monat trifft sich dort z.B. eine Gruppe zum Spielen (Brett-/Gesellschafts-/Kartenspiele) und auch die Frankfurter NaNoWriMo-Gruppe trifft sich dort.
  • International. Wer nach Europa reist, kommt meistens zwangsläufig durch Frankfurt, viele junge Leute aus dem Ausland sind beruflich oder zum studieren in Deutschland und auch die Migrationsrate ist hier ziemlich hoch. Ich finde es toll, wenn man z.B. in der Straßenbahn viele verschiedene Menschen sieht - andere Hautfarben, andere Religionen, andere Sprachen - das macht die Stadt viel bunter und lebendiger. Auch bei meiner Arbeit habe ich viele große und kleine Patienten mit Migrationshintergrund. Und wer schon einmal bei einem Couchsurfing Meeting war, der weiß, wie viele junge Leute hier in Frankfurt (langfristig oder auf der Durchreise) sind.
  • Vielfältig. Ich habe schon erwähnt, was Frankfurt alles kulturell und im Sommer draußen zu bieten hat. Und auch für des Ausgehwütigen gibt es viele Optionen in Frankfurt. Ich selber mag lieber das rockigere oder alternative Ambiente, so dass ich mit Infos zu Elektro, House, HipHop und so nicht dienen kann (obwohl ich mich auch schonmal ins Silbergold verirrt habe, fand ich aber doof). Ich gehe lieber ins Cave, Final Destination oder auch mal ins Orange Peel. Neben der Innenstadt kann man gut Ausgehen in Bockenheim (Leipziger Straße) und Bornheim (Berger Straße), dort gibt es jede Menge Bars. Ich bin allerdings mehr in Alt-Sachsenhausen unterwegs, was hauptsächlich damit zu tun hat, weil ich dort in der Gegend wohne. Alt-Sachsenhausen ist allerdings auch nicht für jeden was. Es gibt viele Touristen, Junggesellenabschiede und das Publikum ist eher jung. In Party-Locations wie dem Oberbayern war ich selber noch nicht und hab das auch nicht unbedingt vor, da zieht es mich eher in den Ponyhof - aber auch da gehöre ich auch schon eher zu den Älteren. In Alt-Sachs gibt es sonst auch viele verschiedene Bars und tradiotionelle Apfelweinkneipen. Immer lustig ist es im Shooters, wo es für 2€ pro Shot eine große Auswahl absurder Mischungen gibt, die mal schlecht, mal scheiße und mal ganz gut schmecken und ab und zu eine spezielle Einlage erfordern. Aber auch für Nicht-Feierwütige gibt es abends was zu tun. Es gibt natürlich Kinos und davon auch einige Kleinere, die nicht nur die großen Hollywoodstreifen zeigen. Das Theater ist für Studenten erschwinglich, für Nicht-Studenten leider recht teuer. (Zur Oper kann ich nichts sagen, außer dass es die auch in Frankfurt gibt.) Große Konzerte und Veranstaltungen gibt es in der Festhalle, kleinere Konzerte dagegen findet man auch mal in der Batschkapp. Sehr gerne gehe ich auch mal zur Poetry Slam, die regelmäßig im Café 1 an der FH im Nordend stattfindet und unregelmäßig auch mal z.B. bei der Theaterwerft oder irgendwo anders. Hier gilt wie bei den Restaurants, da ist bestimmt für jeden was dabei.
  • Leider auch: Teuer! Wohnen in Frankfurt ist nahezu unbezahlbar, davon abgesehen, dass es unglaublich schwierig ist, überhaupt eine Wohnung zu finden. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind verdammt teuer, ein Grund mehr, warum ich meistens mit dem Fahrrad unterwegs bin oder laufe. Lebensmittel (im Supermarkt, aber auch bei Dönerbuden, Imbissen, etc.) sind ebenfalls nicht gerade billig. Laut! Wenn man kein Stadtmensch ist, ist der Straßenlärm, Zuglärm, Menschenlärm natürlich laut. Aber das meine ich gar nicht. Der Fluglärm ist wirklich laut. In meiner Wohnung kann man sich bei offenem Fenster kaum unterhalten und den Fernseher muss man lauter stellen. Ich kann die Leute verstehen, die in den betroffenen Stadtteilen wohnen (ganz besonders die Familien und Hauseigentümer), die sich beschweren. Ich möchte hier auch aufgrund des Fluglärms nicht immer wohnen. Voll! Besonders wenn man in der Innenstadt shoppen gehen will, aber auch sonst ist immer sehr viel los (z.B. am Mainufer, am Römer, auf dem Eisernen Steg oder wie bereits erwähnt bei Events wie dem Weihnachtsmarkt). Auf der Zeil ist gerade am Wochenende kein Durchkommen und es macht keinen Spaß! Die Einkaufszentren sind dagegen alle eher außerhalb und nicht so schnell zu erreichen. Immerhin hat jetzt gerade ein neues Einkaufszentrum ganz zentral eröffnet, das Skyline Plaza und das macht bis jetzt einen ganz angenehmen Eindruck. Da war doch noch was? Es fällt mir grad nicht ein, ich editiere es später!

Dieses Bild stammt von Georgs Kamera (rechts im Bild) und ist während einem Couchsurfing-Meeting entstanden.


Auf dem Skydeck der Zeilgalerie

Während einem Konzert am Römer

Chinesischer Garten

Chinesischer Garten Frankfurt
Bethmannpark

Bethmannpark

unterwegs - im Nordend?

Nordend, Nähe Holzhausenpark



Eschenheimer Anlage (glaube ich)
Frankfurter Zoo

Frankfurter Zoo
Stadtwald

Mainufer / Skyline

Kommentare:

  1. Ich habe auch mal für insgesamt 4 Monate in Frankfurt gelebt. Und zwar in Seckbach.=) Dort hat es mir echt wahnsinnig gut gefallen. Vom sogenannten Lohrberg aus (ein kleiner Berg in Seckbach) hatte man eine wirklich tolle Aussicht auf die Frankfurter Skyline. An sich war mir die Frankfurter Innenstadt auch ein wenig zu grau. Aber da ich im grünen Seckbach gelebt habe, und nur ab und an nach Frankfurt zum Shoppen oder Ähnliches reingefahren bin, war es dann wieder in Ordnung.^^ Die Frankfurter Altstadt (der Römer und der Dom) haben mir trotzdem sehr gefallen sowie auch die Zeil, auf der man echt toll einkaufen und bummeln kann. Ansonsten war ich noch 2 mal auf dem Main Tower und einmal im Palmengarten. Dort fand ich es auch sehr schön. Vor allem die Aussicht. Frankfurt ist auf alle Fälle mal einen Besuch wert!

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