Sonntag, 8. September 2013

Afrika Afrika VII

SAFARI
Masai Mara - Lake Nakuru - Amboseli

Endlich starten wir in das Abenteuer, welches meine Faszination für diesen Kontinent ausmacht, warum ich eigentlich nach Kenia reisen wollte und erleben mein "Bilderbuchafrika" mit wilden Tieren und unendlicher Weite. Naja fast. Die unendliche Weite wird getrübt durch die vielen anderen Touristen in ihren Safarifahrzeugen, die denselben Traum von Afrika träumen wie ich ... aber dazu später mehr.
Erst starten wir in Nairobi.
Jurate, Konrad, Olga, David, ich und unser Guide Tom.
Früh morgens lassen wir die Stadt hinter uns und fahren eine Weile durch neblige Great Rift Valley, welches sich neben Äthiopien und Kenia noch durch zahlreiche andere afrikanische Länder zieht.

Unser erstes Ziel: Die Masai Mara! Je näher wir kommen, desto mehr Massai Krieger laufen uns über den Weg und bald sehen wir auch unsere ersten Zebras.
Schon am ersten Tag sehen wir Elefanten, Giraffen, Zebras, Büffel und natürlich jede Menge Gnus und Gazellen und als Hightlight des ersten Tages: Einen schlafenden Leoparden (umringt von gefühlten hundert Safariautos lässt der sich nicht aus der Ruhe bringen). Am zweiten Tag kommt ein weiteres Highlight hinzu: Löwen!!! Ein Männchen mit vier Weibchen, welche in der Sonne ein Mittagsschläfchen machen. Wow, vier der Big Five (Löwe, Büffel, Nashorn, Leopard, Elefant) an nur zwei Tagen - fehlt nur noch das Nashorn. Außerdem sehen wir Nilpferde und Krokodile. Bilder können hier mehr als Worte sagen und deswegen ist hier eine "kleine" Auswahl der Masai Mara Bilder:







Sleeping Beauty ...

... und die Beobachter!








unsere Safari-Crew


















Unsere Unterkunft
Enchoro Wildlife Camp





Am dritten Tag machen wir uns dann auf die lange Fahrt nach Lake Nakuru. Meiner Meinung nach eine unlogische Route, da Lake Nakuru wirklich weit weg ist, sowohl von der Masai Mara als auch vom Amboseli Nationalpark. Aber der Park ist nunmal bei den typischen Safaris mit dabei und beschweren will ich mich sicher nicht, denn auch hier gibt's wieder viele Tiere und tolle Natur zu bewundern ... nur die Fahrerei halt, vor allem da wir hier nur eine Nacht bleiben und am nächsten Tag direkt weiter fahren. Diese Nacht verbringen wir diesmal nicht in einem Camp, sondern in einem kleinen Hotel, wo mich eine Eidechse aus der Ruhe bringt und weswegen wir das Zimmer wechseln müssen - lustigerweise stören mich die Eidechsen, die später in unsere Hütte in Diani Beach (siehe Afrika Afrika VIII) gar nicht mehr, aber vielleicht, weil die Hütte dort offen ist?! 
Die Highlights vom Lake Nakuru sind die Nashörner, die vom Aussterben bedrohte Rotschildgiraffe, Nilpferde (eins mit Baby!!!) und viele, viele Vögel. Auch hier wieder die schönsten Bilder:





Rock Hyraxes - ob man's glaubt oder nicht, sie teilen sich mit den Elefanten dieselben Vorfahren.




















Last but not least kommen wir nach langer Fahrt im Amboseli Nationalpark an. Hier verbringen wir wie in der Masai Mara zwei Nächte, so dass wir mehr Zeit haben als in Lake Nakuru. Hier sind wir auch wieder in einem Camp, wo wir uns die öffentliche Toilette mit einer grünen Mamba teilen. Laut einem Campmitarbeiter ist diese "freundlich" und greift nur selten Menschen an, wenn sie sich z.B. bedroht fühlt, wir benutzen trotzdem lieber die anderen Toiletten (wobei wir ja auch nicht wissen, was dort so im Gehölz lebt), da die grüne Mamba uns doch zu giftig und das nächste Krankenhaus zu weit weg ist.
Im Amoboseli Nationalpark darf man nur auf den Wegen fahren (die Masai Mara ist da Ausnahme, dort darf man auch von den Wegen runter und kann somit den Tieren noch näher kommen) und während wir da sind, haben sich die Tiere größtenteils entschieden, die Wege zu meiden, genauso wie der Kilimanjaro, der sich meistens hinter einer Wolkendecke versteckt. Aber nur meistens und obwohl wir hier lange Strecken ohne Tiere zu sichten unterwegs sind, haben wir hier mit die tollsten Erlebnisse, die meiner Meinung nach das lange Warten und Suchen wieder gut machen. Zum einen sehen wir enorm viele Elefantenherden (mit Babys!), die mehr als nur einmal den Weg genau vor unserem Wagen kreuzen. Die Elefanten sind hier noch größer als in der Masai Mara und kommen uns noch näher, ziemlich beeindruckend. Außerdem sehen wir hier drei Geparde, welche sowieso schon schwer zu entdecken sind, bei der Jagd bzw. bei dem Versuch zu jagen und das Ganze direkt vor unseren Augen. Laut Guide Tom handelt es sich vermutlich um ein Weibchen und ihre zwei Jungtiere. Wir beobachten wie sie sich an eine Herde von Gazellen anschleichen, das Weibchen immer vorneweg und die Teenager mit etwas Abstand hinter her. Es zieht sich hin, die Gazellen wittern die Gefahr und entfernen sich, die Geparde ziehen sich etwas zurück und die Gazellen nähern sich interessanterweise wieder. Tom meint, sie tun dies, weil sie wissen wollen, wo genau die Gefahr lautert. Ein spannendes Schauspiel. Die Geparde schleichen sich auch wieder an, die Gazellen sind unruhig, aber der Abstand wird immer geringer, bis einer der jungen Geparde aus der Deckung geht und los jagt. Zu früh, der Abstand war noch zu groß und die Gazellen machen sich aus dem Staub. Laut Tom haben die zwei Jungtiere vermutlich noch nicht viel Jagderfahrung. Die Aufregung und der Hunger haben sie unvorsichtig und vorschnell handeln lassen. Immer noch hungrig tritt die Gruppe den Rückzug an Richtung Tansania.  
Ein weiterer Vorteil hier: Es sind deutlich weniger Touristen unterwegs als in der Masai Mara, wo auf ein Tier mindestens fünf Jeeps kommen (bei dem Leoparden und den Löwen sogar noch viel mehr) - es hat eben auch Nachteile, dass es der bekannteste Nationalpark ist. In Amboseli genießen wir z.B. den Anblick der Geparde lange Zeit alleine (wir bzw. Tom hat sie als erstes gesichtet) und obwohl er über Funk den anderen Guides mitteilt, was wir entdeckt haben, kommen nur zwei Wagen dazu. 
Also alles in allem, trotz weniger Tiere, finde ich vielleicht den Amboseli NP noch ein bisschen besser als die Masai Mara oder zumindest genauso gut, aber seht selbst:
























1 Kommentar:

  1. Ganz prima gemacht - guter, informativer Text und die tollsten Bilder..
    Ziemlich sensationell, das Ganze.
    Schönen Gruß
    Heinrich

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